Verhaltensbedingte Kündigung: Wie viele Fehler sind erlaubt?

Die Leistung eines Einzelnen muss in Relation zu der aller vergleichbaren Arbeitnehmer beurteilt werden, entschied das Arbeitsgericht Siegburg im Fall einer Kündigungsschutzklage eines Kfz-Mechanikers zu dessen Gunsten.

Eine verhaltensbedingte Kündigung kann gerechtfertigt sein, wenn der Arbeitnehmer nach Abmahnung seine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht mit der geschuldeten Qualität oder Quantität erfüllt. Der Arbeitnehmer muss tun, was er kann, und zwar so gut, wie er kann. Der Arbeitgeber muss jedoch mit seinem Vortrag das Gericht in die Lage versetzen, feststellen zu können, dass bei dem Arbeitnehmer eine die Durchschnittsleistung erheblich unterschreitende Leistung vorliege. Auch muss er weitere Umstände vortragen, dass und warum darin eine vorwerfbare Pflichtverletzung liege.

Leistung muss repräsentativ und vergleichbar dargelegt werden

Das Arbeitsgericht Siegburg hatte über die Kündigungsschutzklage eines Kfz-Mechanikers zu entscheiden, dem wegen schlechter Arbeitsleistungen verhaltensbedingt gekündigt worden war. Der Arbeitgeber warf dem Arbeitnehmer vor, bei einem Werkstatttest nur vier von sechs Fehlern erkannt sowie bei einem Auftrag anstehende Servicearbeiten nicht durchgeführt zu haben. Dies schade dem Ruf des Autohauses. Nach drei vorausgegangenen Abmahnungen könne man keinen Besserungswillen beim Kläger feststellen.

Das Arbeitsgericht hat der Kündigungsschutzklage mit Urteil vom vom 25.08.2017 stattgegeben. Der Arbeitgeber habe weder die Leistungen des Klägers über einen repräsentativen Zeitraum noch die Fehlerquote vergleichbarer Arbeitnehmer dargelegt. So habe das Gericht nicht erkennen können, ob der Kläger seine vertraglichen Verpflichtungen vorwerfbar verletzt habe.

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Gegen das Urteil kann Berufung beim Landesarbeitsgericht Köln eingelegt werden.

(ArbG Siegburg / STB Web)

Artikel vom 25.09.2017

Stellen Sie uns Ihre Fragen bei einem unverbindlichen Erstgespräch und melden Sie sich unter 069/ 97 12 31-0. Unsere Steuerberater und Wirtschaftsprüfer lernen Sie gerne kennen.

NEWSLETTER*

Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter! Bitte tragen Sie Ihre E-Mailadresse ein:

Aktuelle News und Steuerinformationen

November 2017

Darf ein Regionalliga-Verein einen Arbeitsvertrag auf drei Jahre befristen?

Das Arbeitsgericht (ArbG) Köln hat entschieden. Ein Fußballclub, der in der Regionalliga beheimatet ist... * Quelle: VB VereinsBrief

Weiterlesen
November 2017

Steu­er­li­che Be­hand­lung von Rei­se­kos­ten und Rei­se­kos­ten­ver­gü­tun­gen bei be­trieb­lich und be­ruf­lich ver­an­lass­ten Aus­lands­rei­sen ab 1. Ja­nu­ar 2018

Aufgrund des § 9 Absatz 4a Satz 5 ff. Einkommensteuergesetz...

Weiterlesen
November 2017

Immobilien richtig weitergeben: Geschenk oder Erbe?

Irgendwann wird es in jeder Familie mal zu Thema: Wie geht das Eigentum der Familie auf die nächste Generation über? Ist es sinnvoller... *Quelle sr.de

Weiterlesen
November 2017

Betriebsveranstaltungen – Steuerersparnisse und Risiken für Unternehmer

Gemeinsam auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, bei Essen und Getränken die Kollegen von der privaten Seite kennenlernen...

Weiterlesen
Wir freuen uns über Ihren Anruf: +49 69 97 12 31-0
Gerne antworten wir Ihnen unter: info@sk-wpg.de
Nach oben