GmbH-Geschäftsführer: Besteuerung von Zeitwertkonten

Das Finanzgericht (FG) Baden-Württemberg hat entschieden, dass auf einem Zeitwertkonto eingestellter Arbeitslohn nicht bereits bei Einzahlung zu besteuern ist, sondern dem Arbeitnehmer erst in der Auszahlungsphase zufließt. Gegen das Urteil ist Revision beim Bundesfinanzhof anhängig.

Der Kläger war angestellter Fremdgeschäftsführer einer GmbH. Er und die GmbH hatten im Jahr 2005 eine Vereinbarung zur Einführung von Zeitwertkonten geschlossen, die es ihm ermöglichen sollte, durch die Einzahlung eines Teiles des Gehalts eine spätere Freistellung von der Arbeitsleistung, z.B. für eine Vorruhestandsregelung, eingehen zu können. Zur Rückdeckung schloss die GmbH bei einer Lebensversicherung einen Vertrag über die Zeitkontenrückdeckung mit Garantie ab (sog. Zeitarbeitskonto). In der Folgezeit zahlte die GmbH Teile des Gehalts des Klägers direkt in das Zeitarbeitskonto bei der Lebensversicherung ein. Streitig war, ob bereits die Einzahlungen des Arbeitgebers auf das Zeitwertkonto als Arbeitslohn zu versteuern seien, wie das Finanzamt meint.

Gutschrift auf dem Konto versus Auszahlung

Mit Urteil vom 22. Juni 2017 entschied das FG Baden-Württemberg zu Gunsten des Klägers. Als Arbeitslohn zu versteuern sei (noch) nicht die Gutschrift auf dem Zeitwertkonto, sondern erst die Auszahlung aus diesem. Der Arbeitgeber habe in eigenem Namen und auf eigene Rechnung bei der Lebensversicherung die Beträge aus der Entgeltumwandlung angelegt. Der Kläger habe zunächst keinen Anspruch auf Auszahlung der Versicherungssumme gehabt. Er hätte ohne Zustimmung seines Arbeitgebers nicht über die eingezahlten Beträge wirtschaftlich verfügen können. Dies war nach den Vereinbarungen grundsätzlich erst in der Freistellungsphase möglich.

Besteuerungsaufschub gilt auch für Zinsen

Infolgedessen sei noch nicht die Gutschrift auf dem Zeitwertkonto, sondern erst die Auszahlung aus diesem zu versteuern. Es komme dadurch zu einem Besteuerungsaufschub. Dies gelte auch für die Zinsen. Bei Verzinsung des Zeitwertkontos seien die Zinsen keine Einkünfte aus Kapitalvermögen, sondern durch das Dienstverhältnis veranlasste Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit, die ebenfalls im Zeitpunkt der Auszahlung und nicht schon im Moment der Gutschrift auf dem Konto zu versteuern seien.

(FG Bad.-Württ. / STB Web)

Artikel vom 11.10.2017

Stellen Sie uns Ihre Fragen bei einem unverbindlichen Erstgespräch und melden Sie sich unter 069/ 97 12 31-0. Unsere Steuerberater und Wirtschaftsprüfer lernen Sie gerne kennen.

NEWSLETTER*

Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter! Bitte tragen Sie Ihre E-Mailadresse ein:

Aktuelle News und Steuerinformationen

Juli 2018

Steuerliche Förderung von Vereinen

Das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen gilt als eine unverzichtbare und tragende Säule in zahlreichen Bereichen unserer Gesellschaft. *Fremdlink haufe.de

Weiterlesen
Juli 2018

Wie Peking deutsche Stiftungen drangsaliert

Parteinahe Stiftungen wie die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung sind alarmiert: Sie sollen der Kommunistischen Partei... *Fremdlink sueddeutsche.de

Weiterlesen
Juli 2018

Das Tinder für Spenden aller Art: Bundesweite Datenbank für Sach-, Zeit- und Geldspenden gegründet

Konkret helfen! Die "Deutsche Spendendatenbank" ist... *Fremdlink businessportal24.com

Weiterlesen
Juli 2018

Erbrechts-Tipp - Testament kann jederzeit widerrufen werden

Um ein Testament zu widerrufen, muss das Originaltestament geändert werden. Das Durchstreichen einer Kopie ist unzulänglich. *Quelle fr.de

Weiterlesen
Wir freuen uns über Ihren Anruf: +49 69 97 12 31-0
Gerne antworten wir Ihnen unter: info@sk-wpg.de
Nach oben #